Alte Gewohnheiten endlich loslassen

Angst vor Veränderung

Mit dem Rauchen aufhören, weniger Süßigkeiten essen, früher schlafen gehen, mehr Sport machen oder bei Nervosität nicht mehr Nägel beißen. Wir alle haben Gewohnheiten, die wir ganz automatisch machen, aber gerne ändern oder loslassen würden. Warum eine Veränderung so schwierig ist, konntest du ja bereits in meinem letzten Blogartikel lesen.

 

Wahrscheinlich fallen dir jetzt auch gleich mehrere Situationen aus deinem Leben ein, wo du die Änderung einer Gewohnheit bereits versucht hast, aber gescheitert bist. Und nun denkst du, dass dies bei dir sowieso nicht klappt. Die gute Nachricht ist: Es braucht nur winzige Veränderungen, um eine alte Gewohnheit loszulassen.

Mit kleinen Schritten zu neuen Gewohnheiten

Kannst du dich noch an deinen Geometrie-Unterricht in der Schule erinnern? An das Zeichnen mit Geodreieck und Zirkel? Schnappe dir ein Blatt Papier, einen Bleistift und ein Geodreieck und mache ein kurzes Experiment mit mir. Zeichne als erstes mithilfe des Lineals eine lange horizontale Linie auf das untere Drittel deines Papiers. Danach ändere den Winkel am Anfangspunkt deiner Linie um nur 1° Grad nach oben und zeichne eine zweite Linie ein. Geht deine Linie quer über das ganze Blatt, so entsteht am Ende bereits eine Abweichung von rund 1 Zentimeter zwischen den beiden Linien. Wie groß wäre erst der Abstand, wenn du 30 Blätter Papier aneinander gelegt hättest! Obwohl die Änderung am Anfangspunkt der ersten Linie kaum merklich ist, würdest du am Ende ganz weit entfernt von dieser landen.

 

Und so ist es auch mit deinen Gewohnheiten. Diese geben wie eine Linie den Weg für dein Handeln vor. Änderst du nur eine Kleinigkeit daran, fällt es dir am ersten Tag noch kaum auf. Doch nach 30 Tagen wirst du ganz wo anders stehen, als du es bisher gewohnt bist.

 

Bei welcher deiner Gewohnheiten hast du das Gefühl, dass sie deinem Alltag nicht mehr gleich einer Festung Halt und Stabilität gibt, Struktur vorgibt und so Ablenkungen verhindert und die eigene Produktivität steigert? Sondern, dass die Festung der Gewohnheit dich eher einsperrt, unbeweglich macht und dir den Blick auf mögliche Alternativen nimmt?

 

Morgen wirst du ein neues leeres Blatt Papier erhalten. Du hast 24 Stunden Zeit deine Linie darauf zu zeichnen. Stunde um Stunde einen Zentimeter mehr. Wo endet deine Linie am Ende des Tages?

So funktioniert die Änderung von Gewohnheiten in der Praxis

Doch wie kannst du das Loslassen deiner alten Gewohnheiten durch kleine Änderungen nun in der Praxis umsetzen? Werde dir anfangs klar darüber, was du warum ändern willst. Welche Gewohnheit möchtest du konkret loslassen? Und was ist deine dahinter liegende Motivation? Denn nach der anfänglichen Euphorie bei der Veränderung einer störenden Gewohnheit stellt sich irgendwann immer auch eine Phase der Willensschwäche ein. Welchen Mangel in deinem Leben soll die Veränderung beheben? Beim Aufhören mit dem Rauchen kann dies beispielsweise sein, dass du beim Sport wieder gut Luft bekommen willst. Schreibe dir den Grund, warum du die Gewohnheit ändern willst, als positives Ziel, auf das du hinarbeitest, auf mehrere Post-its und bringe diese an prominenten Plätzen, wie etwa am Nachtkästchen, am Badezimmer-Spiegel, am Kühlschrank oder innen an der Eingangstür, an, sodass du diese immer im Blick hast. So wird deine Motivation dich auch in schwierigeren Zeiten beim Durchhalten unterstützen.

 

Überlege dir danach, was an die Stelle der alten Gewohnheit treten soll. Gewohnheiten haben einen maßgeblichen Einfluss auf unseren Alltag. Daher ist es ratsam, eine alte störende Gewohnheit nicht einfach abzulegen, sondern durch eine neue gewünschte Gewohnheit zu ersetzen, damit kein Leeregefühl entstehen kann. Die neue Gewohnheit sollte auf den gleichen Auslöser reagieren, wie die alte. Wenn du beispielsweise die Angewohnheit hast, in deinem Nachmittagstief etwas Süßes zu essen, so ist dabei das Nachmittagstief der Auslöser. Anstatt einfach das Naschen wegzulassen wäre es daher empfehlenswert, dieses durch etwas zu ersetzen, das dir ebenfalls wieder Energie gibt, wie etwa einen kurzen Spaziergang um den Block oder eine Tasse Tee mit deiner Kollegin.

 

Mit der 72-21 Regel geht es schließlich daran, die neue Gewohnheit in deinen Alltag einzubauen. Fange innerhalb von 72 Stunden mit der Umsetzung an und wiederhole die Änderung mindestens 21 Tage lang. Denn Gewohnheiten - auch die erwünschten - sind verfestigte Verhaltensweisen, die von der Wiederholung leben. Regelmäßiges Üben ist hier das A und O.

 

Ein bewusster Abschied von der alten Gewohnheit, beispielsweise mit einem kleinen Ritual, kann den Start erleichtern. Beziehe darüber hinaus Familienmitglieder und Freunde, von denen du weißt, dass sie deine neue Gewohnheit unterstützen, in deinen Plan mit ein. Droht dir zwischendurch die Puste auszugehen, können diese dich wieder auf den Weg deiner neuen Linie zurückholen.

 

Auch deinen Inneren Schweinehund kannst du als Freund gewinnen, der dich ebenfalls unterstützt. Wie das geht, zeige ich in meinem Workshop "Freundschaft schließen mit dem Inneren Schweinehund". Am 13.02. und 27.02.2017 ist dieser für alle Teilnehmer um 20% billiger (statt € 30 nur noch € 24). Du kannst dich einfach per E-Mail für diesen anmelden. Mehr Informationen zu dem Workshop erhältst du hier.

In 7 Tagen Kraft zur Veränderung tanken

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Zeichnen einer neuen Linie!

  

Alles Liebe,

Kerstin

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