So gelingt es dir, deinen alten Job loszulassen

Berufung

"Vielleicht müssen wir das loslassen, was wir waren, um das zu werden, was wir sein werden." Dieser Satz stammt aus der erfolgreichen Fernsehserie Sex and the City. Und er fasst toll zusammen, was mir in meiner Praxis als Traumleben-Coach so oft begegnet: die Schwierigkeit, den alten Job loszulassen und sich auf den Weg zu Neuem zu machen.

 

Dann höre ich Sätze wie: "Ich würde ja so gerne endlich meine Berufung leben, aber ich bringe es einfach nicht über mich meinen jetzigen Job zu kündigen" oder "Offensichtlich soll ich dort noch etwas lernen, ansonsten würde es mir nicht so schwer fallen loszulassen".

 

Fakt ist: Der Schritt des Loslassens tut meist weh. Selbst wenn uns das, was wir dabei gehen lassen, längst nicht mehr gut tut. Dann erinnern wir uns plötzlich an die schönen Dinge und finden Argumente fürs Festhalten, denn das Unbekannte, das uns nach dem Loslassen erwartet, macht Angst. Festhalten, aushalten, durchhalten ... von Leichtigkeit ist da keine Spur mehr. Im Gegenteil, es kostet viel Kraft.

Ein kleiner Loslass-Test

Wie leicht fällt es dir loszulassen? Machst du dich zielgerichtet auf, um das Neue zu erobern? Oder hängst du länger in dem Zwiespalt zwischen Loslassen und Aufbruch fest?

 

Dazu kannst du einen ganz einfachen Test machen: Halte einen Kugelschreiber in der Hand und nimm dir vor, diesen fallen zu lassen. Wie reagierst du? Hast du den Stift sofort losgelassen? Haben sich deine Finger leicht und ohne Kraftanstrengung geöffnet? Oder war da eine Hemmschwelle in dir? Hast du eine Weile dafür gebraucht, den Stift loszulassen? Haben sich deine Finger verkrampft? Und hast du den Kugelschreiber schlussendlich einfach fallen lassen oder hast du ihn eher weggeworfen? Beobachte deine Reaktionen und denke dann daran, wie es dir beim Loslassen deines jetzigen Jobs geht. Lässt sich dein Verhalten bei diesem Test auch auf das Loslassen deines Jobs übertragen?

 

Auch ich habe lange damit gehadert, meinen Job als Juristin ganz aufzugeben. Ich habe zwar längst gefühlt, dass darin nicht meine Zukunft liegt, aber dennoch konnte ich nicht loslassen. Das lag einerseits daran, dass mir meine Situation, auch wenn sie mich unglücklich machte, vertraut war. Denn was kommt danach? Da war ein Zeitraum der Unsicherheit zwischen dem Alten und dem Neuen, den ich nur schwer ertragen konnte. Und andererseits hatte ich bereits so viel in meine Karriere als Juristin investiert. Ein langes Studium, viele Jahre an Arbeit und Erfahrungen sammeln, Wissen, das ich mir angeeignet hatte ... sollte ich das einfach wegwerfen?

 

Rückblickend gesehen, hat mein krampfhaftes Festhalten an meiner Karriere als Juristin aber immer noch mehr Leid verursacht. Ich habe dafür viel Kraft gebraucht und auch meine Wahrnehmung hat sich verengt, mein Denken wurde starr, sodass ich mit der Zeit überhaupt keinen Weg mehr gesehen habe, wie ich es schaffen sollte, meine Berufung zu finden und zu leben.


Berufung

Loslassen heisst nicht Aufgeben

Loslassen heißt aber nicht Aufgeben. Es bedeutet, dass du dich anpasst. An eine Situation, die nicht deinen Wünschen entspricht. Das erfordert viel Mut. Und leider gelingt es oft erst in Situationen, die zu schmerzhaft werden, wenn du also nicht mehr die Kraft hast, weiter zu kämpfen. An dem Punkt, an dem du erkennst, dass du nichts mehr tun kannst, wirkt das Loslassen wie eine Befreiung.

 

Geht es dir auch so, dass du zunächst einmal nur die Lücke siehst, die das Losgelassene hinterlässt? Wie wäre es, wenn du diese Lücke nicht gleich stopfst? Das ist etwas, was mir persönlich immer noch sehr schwer fällt. Wenn ich Vergangenes loslasse, dann soll das Neue gleich da sein. Quasi ein nahtloser Übergang. Was würde passieren, wenn du diese Lücke, den Zeitraum der Unsicherheit, einfach da sein lässt? Wenn du dich da ganz entspannt hineinbegibst, ohne feste Absichten, aber offen für Neues? Wenn ich wieder mal zu ungeduldig bin und die Lücke, die sich durch das Loslassen ergibt, nicht annehmen möchte, dann erinnere ich mich daran, wie ich mir nach der Kündigung meines allerersten Jobs als Juristin eine kleine Auszeit genommen habe. Und wie sehr ich diese gebraucht habe, um mich aus dem Kämpfermodus zu schälen, um meine Gedanken neu zu ordnen und um die neuen Möglichkeiten überhaupt sehen zu können.

 

Mach dir also bewusst, dass du, wenn du deinen alten Job, der dich unglücklich macht, kündigst, nicht klein beigibst. Es ist keine Niederlage, sondern ein Zeichen dafür, dass du endlich auf deine Gefühle achtest und auf deine Wünsche hörst. Denn tief in dir drinnen wirst du ganz genau wissen, dass du dich noch so sehr anstrengen kannst oder an dir arbeiten, aber das wird nichts daran ändern, dass dieser Job nicht zu dir passt. Du lässt also Dinge hinter dir, die unveränderbar sind, und lebst dein Leben nach vorne. Wäre es nicht eine wahnsinnige Verschwendung deiner Zeit und Energie, wenn du noch weiter versuchst, mit aller Kraft zu ändern, was sich nicht ändern lässt?

So kannst du deinen alten Job loslassen

Wie aber gelingt es dir am besten, deinen alten Job loszulassen? Dazu möchte ich dir eine kleine Übung zeigen, mit der du Platz für Neues schaffen kannst.

 

Schnapp dir dazu einen Stift und einen Notizblock und überlege dir deine Antworten auf die folgenden Fragen:

  • Was ist gut an deiner jetzigen Jobsituation? Ich weiß, im ersten Moment wirst du denken "Gar nichts". Aber auch wenn du unglücklich in deinem Job bist, gibt es Dinge, die daran gut sind. Vielleicht hast du flexible Arbeitszeiten, eine nette Kollegin, oder du beherrschst manche Aufgaben wie im Schlaf und kannst dort Energie sparen, die du für deinen Aufbruch zum Traumjob benötigst.
  • Was ist negativ an deinem jetzigen Job, was würdest du gerne ändern? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um alles loszuwerden, was dich stört.
  • Was ist der Preis, den du für das Festhalten zahlst? Hast du zum Beispiel am Abend kaum noch Energie? Wirkt sich deine berufliche Unzufriedenheit auch auf andere Lebensbereiche aus? Sinkt dein Selbstwert immer mehr in den Keller? Mach dir bewusst, was es dich kostet, wenn du deinen Job nicht loslässt.
  • Stell dir vor, du hättest deinen alten Job losgelassen (das heißt nicht, dass du auf der Stelle kündigst, aber dass du gedanklich loslässt und nicht mehr kämpfst) und befindest dich auf dem Weg, deine wahre Berufung zu finden und zu leben. Welche positiven Auswirkungen hat das Loslassen auf dein Wohlbefinden, auf deine persönliche Weiterentwicklung und auf dein Leben?
  • Und wie stehen diese positiven Folgen des Loslassens den negativen Folgen des Festhaltens gegenüber?

Dieses schriftliche Bewusstmachen hat bereits eine reinigende Wirkung und wird dir dabei helfen, deine jetzige Jobsituation so zu akzeptieren, wie sie ist, und nicht weiter zu kämpfen. Um schließlich alles loszulassen, empfehle ich meinen Klientinnen gerne folgendes Ritual: Schreib dazu auf ein kleines Blatt Papier genau auf, was du gerne loslassen willst, und falte dieses zu einem Schiffchen. Setz dich dann ans Ufer eines Flusses, Baches oder Sees und halte das Schiffchen ins Wasser, lass es aber vorerst noch nicht los. Mach dir stattdessen nochmals bewusst, dass der Job, den du loslassen willst, seine Zeit in deinem Leben hatte und nun Platz für Neues schaffen wird. Dann lass dein Schiffchen los und beobachte, wie die Strömung es fortträgt. Fort aus deinem Leben, fort aus deinen Gedanken. Und wie dein Blick frei wird für eine Zukunft voller neuer Möglichkeiten.

 

In diesem Sinne: Lass das los, was du warst, um das zu werden, was du sein wirst.

 

Schreib mir in einem Kommentar unter dem Blog, wie die Loslass-Übung für dich war und wie es dir danach geht. Ich bin schon gespannt!

 

Alles Liebe,

Deine Kerstin

 

P.S.: Hättest du gerne noch mehr Tipps von mir, wie du dein volles Potential entfalten, in dir schlummernde Träume verwirklichen und dir ein Leben erschaffen kannst, das du liebst?

 

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